Posthume Alben sind eine heikle Angelegenheit - sie können wie zusammengewürfelte Tribute oder unvollendete Skizzen wirken. Doch Circles, Mac Millers letztes Statement, wirkt doch überraschend elegant. Während es auf dem Vorgänger Swimming darum ging, sich durch die Strömungen zu kämpfen, schwebt dieses Gegenstück knapp über dem Wasser, ruhig resigniert, aber seltsam hoffnungsvoll. Keine protzige Produktion oder verzweifelter Griff nach Hits; ... read more
Mit E nimmt Ecco2k die Idee des alternativen R&B und schickt sie durch ein Prisma, bis sie sich in Vapor, Glitch und pastellfarbenen Dunst bricht. Dieses Album begegnet einem nicht mit großen Refrains und offensichtlichen Hooks: es schwebt wie eine SMS aus dem Jahr 2040, irgendwie zerbrechlich und futuristisch zugleich. Während die meiste Musik dafür gemacht ist, aus Autolautsprechern zu dröhnen, fühlt sich E an, als wäre es dafür gemacht, leise über ... read more
Bis 1981 hatte Rush fast ein Jahrzehnt damit verbracht, komplizierte Progressive-Rock-Meisterwerke über Bäume, schwarze Löcher und - seien wir ehrlich - was auch immer Neil Peart in der Woche sonst noch las, zu komponieren. Doch mit Moving Pictures lernten die Bandmitglieder, all diese technische Zauberei in kleine, radiotaugliche Stücke zu packen. Das Ergebnis ist eine Platte, die sowohl aus einer Camaro-Stereoanlage dröhnen als auch von Prog-Nerds mit Millimeterpapier ... read more
Leaves Turn Inside You ist eines dieser seltenen Doppelalben, das einem einerseits Musik bietet und andererseits eine Atmosphäre, eine Welt und möglicherweise eine andere Persönlichkeit vermittelt, wenn man zu lange darin verweilt. Es ist ausufernd, aber nie ausschweifend, intellektuell, aber dennoch roh und gibt einem irgendwie das Gefühl, im Weltraum zu schweben und gleichzeitig in einem verfallenen Keller gefangen zu sein. Im Grunde ist es der perfekte Soundtrack, um zu ... read more
Manche Alben laden einen sanft ein, schenken Tee ein und bitten höflich zu bleiben. De-Loused in the Comatorium hingegen tritt die Tür ein, wirft einen in einen psychedelischen Strudel und fordert einen heraus, in seinem Chaos den Rhythmus zu finden. Dies ist das Debüt von The Mars Volta, aber es fühlt sich weniger wie ein erstes Album an, sondern eher wie ein ausgewachsenes Manifest: ausufernde progressive Strukturen, Post-Hardcore-Aggression und genug Gitarreneffekte, um ... read more